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Weitere Interpreten:Stuttgarter Kammerorchester
Label/AN: Tacet / L101
Format: 3 LP 180g, Box
Schon als Karl Münchinger das Ensemble 1945 gründete, war sein besonderes Anliegen eine "neue" Bach-Interpretation, eine Befreiung von allem romantischen Ballast. Seither hat sich der heute von Dennis Russell Davies geleitete Klangkörper stetig weiterentwickelt und sich mit neuen Forschungsergebnissen auseinandergesetzt. So ist es wenig verwunderlich, wenn die zweite Einspielung der "Brandenburgischen Konzerte" mehr als ein wenig anders klingt als die erste (unter Münchinger für Decca). Noch schlanker, durchhörbarer; die Solo-Stimmen sind glasklar herausgearbeitet, und doch greift alles ineinander – wie ein lebendiges Uhrwerk, auf faszinierende Weise gleichzeitig mechanistisch und organisch. Die Aufnahme entstand in einer Kirche (Peter und Paul, Gönningen) und hat den charakteristischen Hall, trotzdem verschwimmt nichts: Die Leistung des Ensembles ist da ebensohoch einzuschätzen wie die des Tacet-Tonmeisters und -Labelchefs Andreas Spreer! Ursprünglich war diese Einspielung übrigens die erste Surround Sound-Veröffentlichung des Tacet-Labels und seinerzeit als klangliche Sensation gefeiert; die nun in stereo und für die Schallplatte neu abgemischte Fassung ist nicht weniger begeisternd. Und enthält noch zwei Zugaben auf der sechsten Plattenseite: Eine der von Mozart für Streichtrio gesetzten Bachschen Orgelsonaten (Largo und Fuge aus BWV 526) mit dem Trio um den hevorragenden Violinisten Daniel Gaede, sowie eine so ungewöhnliche "Chaconne" (aus der d-moll-Partita), daß sich schon allein dafür der Erwerb der ganzen Box lohnen würde. Hartmut Lindemann spielt sie auf der Viola (!) unter Verwendung eines besonderen Rundbogens, der akkordisches Spiel ermöglicht (unter erheblichen fingertechnischen Schwierigkeiten allerdings). Da bleiben einem alle Bratscherwitze im Halse stecken. – Klang und Fertigung sind auf gewohnt höchstem Niveau, die Box ist leinenbezogen wie in alten Zeiten! (2010)
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