0Artikel
€ 0,00Betrag
» erweiterte Suche
» erweiterte Suche ausblenden
Artist auch in Rezensionen suchen
- alle Musikstile - POP - POP NEU (208) - POP A-Z (3172) JAZZ - JAZZ NEU (55) - JAZZ A-Z (797) KLASSIK - KLASSIK NEU (15) - KLASSIK A-Z (352) AUDIOPHILES - AUDIOPHILES NEU (97) - AUDIOPHILES POP (553) - AUDIOPHILES JAZZ (594) - AUDIOPHILES KLASSIK (289) AUDIOPHILE CDs - NEUHEITEN (24) - POP (163) - JAZZ (127) - KLASSIK (154) EINZELSTÜCKE - KLASSIK (17) - JAZZ (4) - POP (76) ANTIQUARIAT - POP (52) - JAZZ (9) - KLASSIK (119) ZUBEHÖR (26)
- alle Formate - CD LP 12"/10" 7" Buch Zubehör
Exklusive Angebote, neuste Rezensionen und vieles mehr!
Hier eintragen:
Name
E-Mail
Telefonbestellung
« zurück zur Übersicht »
Label/AN: MSP-Analogue / MSP02
Format: LP 180g
Der Pianist Tom Peters ist ein ungewöhnlicher Mensch. Als fertig ausgebildeter Pfarrer der evangelischen Kirche entschied er sich schließlich doch für das riskante Leben als freier Solo-Musiker und lebt seit 2002 mit seiner Familie und einem Bösendorfer Modell 225 in Bonn. Letzterer ist für ihn nicht einfach das heimische Arbeits- und Übungsinstrument, sondern bestimmt seine künstlerische Existenz ebenso wie bei einem Geiger das ganz persönliche Instrument, oder wie bei einem Sänger die Stimme: Wenn Peters irgendwo auftritt, kommt der Flügel mit. Gerade der Bösendorfer mit seiner ungewöhnlichen Klangfarbenvielfalt ist ein Charakterinstrument, so Peters' Überzeugung, und jedes Instrument ist anders. Wer so viel über musikalische und klangliche Details nachdenkt, dem ist auch nicht gleichgültig, wie seine Musik aufgezeichnet wird – und für seine erste Veröffentlichung wählte er auch hier den steinigsten Weg: die hochwertige, kostenintensive audiophile Produktion, noch dazu im Selbstverlag. Peters ist Purist, aber kein Prinzipienreiter: Ursprünglich war das Projekt rein analog geplant, doch wurde im Prozeß festgestellt, daß das, was die beiden Mono-Röhrenmikrophone (AKG C 12 VR) einfingen, mit der alten Telefunken M 15 zwar sehr gut klang, auf einer Festplatte aber noch deutlich besser – gemastert wurde dann mit einem Apogee-A/D-Wandler im Hochbit-Verfahren. Das Ergebnis ist eine Klavierplatte von kaum zu fassender Präsenz; natürlicher und präziser und dynamischer klingt auch kein Direktschnitt. Soviel zur Technik; doch hat diese LP ja auch eine nicht weniger faszinierende musikalische Seite. Denn Peters ist ja eigentlich klassischer Pianist und Organist, und was macht er auf seinem Debütalbum? Spielt Jazz! Chick Corea ("La Fiesta"), Monk (ein ausführliches "'Round Midnight") – und etliche eigene Werke, die ihn auch gleich als versierten Komponisten etablieren. Sein Spiel ist dabei spontan (Peters ist ein exzellenter Improvisator) – doch hörbar das eines Denkers. Seine hochvirtuose Technik steht im Dienst einer musikalischen Tradition von Größen wie Bill Evans oder Jarrett – oder eines Querdenkers wie Alexander Skrjabin, den er natürlich besonders schätzt. Den Sinn fürs Einfache aber hat er dabei nicht verloren: Der vielleicht schönste Moment auf diesem Album ist der letzte Titel, ein ganz simples Schlaflied, das Peters für seine kleine Tochter geschrieben hat. Hier ist es der Ausklang für eine äußerst facettenreiche Klavier-LP, die in musikalischer Hinsicht nicht weniger fasziniert als in klanglicher. (2007)
» Mehr von Tom Peters