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Label/AN: 4AD Records / CAD2904
Format: 2 LP 180g
„Tausendsassa“ nannten unsere Großeltern (oder Urgroßeltern) Menschen wie diesen Matt Ward. Der mit jedem weiteren Album weitere Facetten seines offenbar unbegrenzten musikalischen Könnens offenbart. Wir kennen ihn inzwischen als Gitarristen der Fahey/Kottke-Tradition, wir wissen um seine profunde Kenntnis des Great American Songbook, auch seine Liebe zum Pop der 60er haben wir schon teilen dürfen (vor allem in dem She & Him betitelten Projekt mit der Schauspielerin Zooey Deschanel, die hier auch gelegentlich vorbeischaut). „Hold Time“ aber ist eine Art Über-Pop, bei dem Steigerungen nur noch schwer vorstellbar sind: Wie da von Hank Williams über die Beach Boys bis zu ELO die Popgeschichte gestreift und zitiert wird, aus den schon so oft und von so vielen bemühten Stilelementen ein beim ersten Hören kaum (er)faßbares Kunstwerk geschaffen wird – man kann es nicht beschreiben. Extra-Sternstunden wie die überirdische Fassung des alten Country-Heulers „Oh Lonesome Me“ mit Lucinda Williams könnte man angesichts des durchgehend gipfelhohen Niveaus beinahe übersehen… Der Mann erweist sich mehr und mehr (spätestens seit dem 2005er „Transistor Radio“ konnte man es ahnen) zu einem der bedeutendsten Künstler seiner Generation. Man fragt sich nur allmählich, wohin das führen wird, ob ihm das Song-Format nicht irgendwann zu eng werden muß. Aber wer weiß, vielleicht schreibt er schon längst an seiner ersten Symphonie… – Gottlob blitzsauber gepreßte britische Vinylausgabe in überformatigem Dreifach-Klappcover! Schade nur, daß man die bedruckte (!) Klarsichthülle, in der das Objekt steckt, kaum öffnen kann, ohne sie zu beschädigen… Ein Zweitexemplar für’s Archiv…? (2009)
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