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Label/AN: Music On Vinyl / MOVLP205
Format: 2 LP 180g
Rick Rubin ist eine Art Magier. Dabei macht er eigentlich nicht viel: Es muß seine bloße Anwesenheit im Studio sein, die gestandene Superstars dazu bringt, endlich die Platte zu machen, die sie seit Jahrzehnten hätten aufnehmen sollen. Am eindrücklichsten war das im Falle Johnny Cashs, dessen unglaubliches Spätwerk wir dem bärtigen Schwergewicht mit Hip Hop- und Thrash Metal-Background zu verdanken haben. 2005 hatte er sich eines anderen Musikers angenommen, mit dem man nicht mehr ernsthaft gerechnet hatte: Neil Diamond hatte in den letzten 30 Jahren (soviele waren das exakt seit dem von Robbie Robertson produzierten „Beautiful Noise“!) ziemlich viele, nun denn, nicht ganz so tolle Platten gemacht. Um so mehr gab die Nachricht eines neuen Albums unter der Ägide Rick Rubins Anlaß zu großer Hoffnung, denn schließlich ist Diamond – sein Frühwerk ist ausreichender Beweis – ein phantastischer Songwriter und ein begnadeter Sänger. Und siehe: Rubin hat es wieder geschafft, und sein neuer Schützling mit ihm. Diamond hatte zunächst einige Berührungsängste, doch die Skepsis wich im Arbeitsprozess. Längst betrachtet er Rubin beinahe als eine Art Guru, womit er vollkommen Recht hat. Denn die „12 Songs“ (auf der Vinylversion sind es gar 14!) gaben Diamond seine Würde zurück. So fokussiert war sein Songwriting seit Jahrzehnten nicht, auch nicht ansatzweise. Die Arrangements sind nicht mit Streichern oder seifigen Keyboards verwässert – statt letzterem gibt’s Klavier und Hammond B-3, bedient von Leuten wie der Tastenlegende Larry Knechtel oder Orgelgott Billy Preston – sondern fast vollständig akustisch und perfekt in ihrer Proportion. Rubin hat darauf bestanden, daß Neil die Rhythmusgitarre (zum ersten Mal seit vielen Jahren) selber spielt – was mit Sicherheit auch seinen Beitrag zur Intensität des Albums geleistet hat. Wobei es letztlich vor allem um seine Stimme geht: Auf die zielt hier alles ab, die liegt im Zentrum und klingt so intensiv wie vermutlich überhaupt noch nie in seiner langen Karriere. – Die ursprüngliche Vinylversion war innerhalb von etwa 14 Tagen ausverkauft, und es war eine der größeren Tonträger-Sauereien des Jahrzehnts, daß Sony sich trotz tausender Vorbestellungen weigerte, nachzupressen. Dank Music On Vinyl darf nun mancher seine zwangsweise erworbene CD-Version doch noch entsorgen. (2005/2011)
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