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Label/AN: Wax Train Records / WT777
Format: LP 180g
Verblüffend. Wer heiß und kalt zusammenschüttet, wird in der Regel eine lauwarme Brühe erhalten – hier nicht. Hier begegnen sich der Hot Jazz der New Orleans-Ära und der Cool Jazz der späten 50er, und das Ergebnis ist – nicht kategorisierbar. Der Stil ist eindeutig; „King Porter Stomp“ oder Fats Wallers „Ain’t Misbehavin‘“ sprechen sowieso für sich, aber auch der von Brookmeyer eigens komponierte Titelsong verweist auf die Zeit des jungen Louis Armstrong. Der Geist des Cool ist jedoch allgegenwärtig, und der dabei zustande kommende Groove ein ganz besonderer. Was freilich auch für das agierende Oktett gilt: Einige Musiker haben zwar nicht mehr den New Orleans Jazz, wohl aber den anschließenden Swing bereits aktiv erlebt; die jüngeren (wie Brookmeyer) zählten zu den interessantesten ihrer Generation. Im Einzelnen handelt es sich neben den Erwähnten um Al Cohn, Harry „Sweets“ Edison, Hank Jones, Freddie Green, Eddie Jones und Charlie Persip, die hier die Quadratur des Kreises erfolgreich bewältigen. Von der musikhistorischen Bedeutung zwar gewiß keine „Blue Train“ oder „Kind Of Blue“, aber wer die Scheibe gehört hat, wird sie wahrscheinlich haben wollen. Zumal die Klangqualität auch stimmt. Und das herrliche Pin-Up-Cover der ursprünglich auf United Artists erschienenen LP läßt einen ja auch nicht ganz kalt. (1958/2008)
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