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Dmitri Schostakowitsch

Cellokonzert Nr. 1 / Symphonie Nr. 1

Weitere Interpreten:
Mstislav Rostropowitsch, Cello / Philadelphia Orchestra. Dirigent: Eugene Ormandy

Label/AN:
Speakers Corner / Columbia / MS6124

Format: LP 180g

28,00 €

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Rezension:

Bedeutend wäre dieses Album allein schon für die intensive, von einer nervösen Spannung durchzogene Einspielung der ersten Symphonie. Jene war die Abschlußarbeit des 18jährigen Komponisten am St. Petersburger Konservatorium gewesen – es erstaunt immer wieder, wie viel von seiner typischen Tonsprache hier bereits angelegt ist (zumal etliche Passagen des Werkes vermutlich noch deutlich vor 1924 entstanden waren). Die amerikanische Uraufführung fand bereits 1928 statt – mit dem hier zu hörenden Orchester, damals unter der Leitung von Leopold Stokowski. Die berühmten Philadelphia-Streicher glänzen auch hier, aber nicht zuletzt sollte man vor der Leistung der Perkussion-Sektion des Orchesters hier den Hut ziehen…! Doch der Hauptgrund, warum diese LP zu den wichtigsten überhaupt mit Werken des 20. Jahrhunderts zählt, ist die Schallplattenpremiere des erst im Vorjahr fertiggestellten ersten Cellokonzertes. Überflüssig zu erwähnen, daß es eine Menge wirklich stellarer Aufnahmen mit dem Großkünstler Mstislav Rostropovich gibt; doch dies ist selbst für seine Verhältnisse eine Ausnahmeleistung. Der Solopart gilt als einer der schwierigsten in der gesamten Cello-Literatur. Rostropovich, dem der Komponist das Werk gewidmet hatte, scheint die fingerbrecherische Partitur buchstäblich absorbiert zu haben, um sie hier gewissermaßen "auszuatmen": Man ist Zeuge einer in solcher Intensität äußerst raren Symbiose von Künstler und Werk. Ein Werk, dessen Hauptthema aus den Initialen Schostakowitschs besteht ("D-Es-C-H"), und das noch einmal den ganzen Schmerz und die Angst des Komponisten während der Stalin-Ära (die hier bereits fünf Jahre zu Ende war) zu verarbeiten scheint. Doch so beladen mit persönlichen Erfahrungen und Emotionen das Werk sein mag (und diesbezüglich intensivere Musik als hier ist kaum denkbar); es in einer solchen Art wiedergegeben und für die Ewigkeit festgehalten zu hören, muß für den Komponisten ein unglaublicher Glücksmoment gewesen sein. Er saß während der ganzen Aufnahme im Kontrollraum (er hatte tatsächlich ausreisen dürfen, alles andere als eine Selbstverständlichkeit). Und das Photo auf dem Cover ist eine der wenigen Aufnahmen, da man ihn lächeln sieht. (1960/2018)

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