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Ray Charles

Ray Sings – Basie Swings

Label/AN:
Pure Audiophile / PA012

Format: 2 LP 180g

48,50 €

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Rezension:

Bevor sich einer wundert: Die Begegnung hat es nie gegeben, obwohl es sie hätte geben müssen, denn beide Musiker schätzten einander sehr und hätten diese Platte vermutlich gerne gemacht. Bevor man nun aber entrüstet von Leichenfledderei und Kommerz spricht, sollte man die Geschichte dieses Albums kennen. Die beginnt mit dem Finden eines Schatzes. John Burk, A&R-Mann bei Concord Records, stieß beim Sichten des Labelarchives auf ein paar unzureichend beschriftete Bänder. Was er dann beim Testen hörte, war pures Gold: Liveauftritte der Soul-Legende aus den 70ern, mutmaßlich in Deutschland und England aufgenommen, der Meister in der Form seines Lebens und grandios bei Stimme. Das Problem bei diesen Bändern: Besagte Stimme war zwar tadellos aufgenommen, der Instrumentalteil jedoch verschwand vermuffelt im Hintergrund. Ergo: spannend für Extrem-Fans, allenfalls, ansonsten nicht nutzbar. Dann aber kam Burk die Idee, eben jenes Album zu machen, das es nie gab und doch hätte geben müssen. Die Big Band-Aufnahmen sind aktuell: Das legendäre Basie-Orchester ist schließlich nach wie vor aktiv; geleitet wird es derzeit von Bill Hughes. Das ist wohl auch der Grund, warum das Album eben doch funktioniert: Die Musiker konnten sich auf den Gesang einstellen, darauf reagieren. Das klingt durchaus authentisch; und die Tatsache, daß Charles’ eigener Backgroundchor, die leibhaftigen Raelettes, hier nochmal reaktiviert wurden, ist natürlich auch ein schöner Zug. Die technische Leistung ist – ganz gleich, wie man nun zu dem Projekt stehen mag – in jedem Fall beeindruckend: Wer um den Hintergrund nicht weiß, würde nichts davon bemerken. Und der Klang ist schlicht sagenhaft. Was auf der musikalischen Seite steht, sind einige grandiose Versionen von Klassikern: „Oh, What A Beautiful Morning“, „Let The Good Times Roll“, „Every Saturday Night“, „Busted“, „Come Live With Me“ – um nur einige Highlights zu nennen. Am (offiziellen) Schluß (es folgt ein Vinyl-Bonustrack) steht eine der schönsten „Georgia On My Mind“-Versionen, die Charles je aufgenommen hat. Doch, es gibt gute Argumente für dieses Album – es wäre schade gewesen, solche Gesangsleistung im Archiv zerfallen zu lassen. Auch wenn beim Hören vielleicht doch die Spur eines komischen Gefühls bleibt… (2007)

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