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Colin Steele Quartet

Diving For Pearls – Jazz Interpretations Of The Pearlfishers Songbook

Label/AN:
Marina / MA82LP

Format: LP

19,50 €

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Rezension:

Das nennt man wohl ein Nischenprodukt: Die Songs einer Pop-Band, die kaum jemand kennt, neu interpretiert von einem Jazzmusiker, den (hierzulande) auch kaum einer kennt. Genau das Richtige für uns mithin. Erläutern wir also: The Pearlfishers sind eine der großartigsten schottischen Bands der letzten 30 Jahre; ihr Sänger David Scott schreibt die elegentesten Pop-Songs seit Brian Wilson und Lennon/McCartney, und hätte er damit 30 Jahre früher begonnen (da war er aber noch nicht auf der Welt), wäre er heute nicht einer der unterschätztesten Songwriter des Planeten. Wer die auf dem Hamburger Marina-Label erschienen LPs der Glasglower noch nicht kennt – die eine oder andere gibt es sogar derzeit noch auf Vinyl. Colin Steele wiederum gilt immerhin als einer der derzeit führenden Jazz-Trompeter der britischen Szene; mit Scott ist er schon lange befreundet (die beiden teilen u.a. die Liebe zu den Beach Boys, den Beatles und Burt Bacharach) und ließ sein Instrument auch schon wiederholt auf Albumproduktionen der Pearlfishers hören. Nun hat er also ein ganzes Album mit dessen Songs aufgenommen (so meisterlich wie sensibel arrangiert von seinem Pianisten Dave Milligan), und wenn das vorher keiner gemacht hat, dann ja nur aus Unkenntnis (siehe oben) – denn melodieseligere, dankbarere Songs kann sich ein Jazzer, der nicht immer dieselben Standards spielen will, eigentlich kaum wünschen. Oft denkt man hier dann auch an jene legendären Aufnahmen von Ikonen wie Miles Davis oder Chet Baker, wenn diese sich Pop-Material ihrer Ära zu eigen machten ("Someday My Prince Will Come" wäre da ein klassisches Beispiel). Auch die Produktionsweise erinnert an solche Vorbilder: Live im Studio, in einem Tag wurde das Album aufgezeichnet – und kann sogar in klanglicher Hinsicht mit alten Prestige-, Verve- oder Blue Note-Produktionen mithalten! Vielleicht die schönste LP, die das Marina-Label bislang veröffentlicht hat. Was eine Menge bedeutet, immerhin sind da ja all die wunderbaren Pearlfishers-Alben erschienen…! (2017)

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