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Label/AN: PIAS Recordings / piasr210lp
Format: LP
Es kann doch nicht sein, daß diese Band, bei der sogar B-Seiten und Demos Hitcharakter und eine Qualität haben, die so ziemlich alles andere auf dem Planeten Pop in den Schatten stellt (die 2009 erschienene Kompilation "B" bewies das sehr eindrucksvoll, ebenso wie die sagenhafte Vielseitigkeit des Trios von zartem Folk über Beatles-Traditions-Pop bis hin zu veritablem Psych- und Hard-Rock!), daß also so eine Band immer noch besser wird! Dennoch: "Sky At Night" ist eine Steigerung. Es ist das bis dato wohl dunkelste Werk der Manchester-Band, Sänger John Harold Arnold legt eine Melancholie an den Tag, die gleichzeitig lakonisch und ausdrucksstark wirkt. Eine Wirkung, die oft verstärkt wird durch die Umgebung: Nehmen wir "Fingerprints", ein selten perfektes Kunstwerk von einem Song. Da stemmen sich Beat, Background-Chor und Streicher vergebens gegen die Trauer. Derartige Reibungsmomente gibt es etliche auf diesem Meisterwerk, daß vielerorts klingt, als wäre John Lennon nie erschossen worden, sondern hätte stattdessen irgendwann so um die Jahrtausendwende vielleicht doch noch mal mit seinem Lieblingsfeind McCartney zusammengearbeitet (Hören Sie nur die ersten Zeilen von "I Still Do"!). Seltsamerweise ist die Band, die seit ihrem 2001er Debüt von der Kritik frenetisch gefeiert, vom breiten Publikum aber ignoriert wird (dabei ist das nun wirklich kein kopflastiger Intellektuellenpop: Eingängiger geht es kaum!) nun ausgerechnet mit diesem düsteren Entwurf in die britischen Charts eingestiegen. Platz 24, so war zu lesen. Das bedeutet heutzutage zwar keine wirklich nennenswerten Verkaufszahlen, geht aber immerhin über den schon als endgültig angesehenen Geheimtip-Status hinaus. Vielleicht wird's ja doch noch was mit dem verdienten Ruhm. Denn: Näher an die Qualität der Fab-Four-Diskographie kommt man mutmaßlich in diesem Leben nicht mehr heran. (2010)
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