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Label/AN: Honest Jons Records / HJRLP47
Format: LP
Schon mit dem Debüt bewies diese Glasgower Band ihre einsame Klasse: Trembling Bells sind die legitimen Erben von Pentangle und Fairport Convention, und sie setzen keineswegs einfach nur da an, wo jene aufhörten, sondern verarbeiten die Musik der seither vergangenen 35 Jahre selbstverständlich mit: Schließlich liegt es im Wesen des Folk, neue Strömungen aufzunehmen und sich kontinuierlich zu verändern. Wird er nur noch museal gepflegt, stirbt er zwangsläufig. Dieses Ensemble um die sagenhafte, klassisch ausgebildete Sängerin Lavinia Blackwell verbindet das Alte mit dem Neuen ebenso selbstverständlich, wie es besagte Vorbilder um 1970 taten. Mittelalterliche Musik kommt da genauso vor wie der charmante Indie-Pop, den die Landsleute Belle & Sebastian in den 90ern etablierten (B&S-Mitglied Stevie Jackson fungiert hier übrigens als Co-Produzent). Hauptsongwriter Alex Neilson trommelte schon für Will Oldham, kommt aber eigentlich vom Jazz und interessiert sich aktuell vor allem "für die 195oer und 1450er". Um letzteres herauszuhören, muß man sich in Alter Musik vermutlich schon sehr dezidiert auskennen. Ohne weiteres aber hörbar ist, daß dieses zweite Album optimistischer und strahlender klingt als der vergleichsweise melancholische Vorgänger und damit daran erinnert, daß Folk nicht zwingend eine Angelegenheit für Trübsalbläser zu sein hat. Diese Musik kann auch jede Menge Spaß machen, was sie hier tut – und obendrein bietet sie unendliche kreative Möglichkeiten, auch im Jahre 2010! Sehr großes Album, phantastische Band. (2010)
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