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Label/AN: Rhino / R176171
Format: 2 LP 180g
Spätgeborenen muß man möglicherweise erst einmal erklären, was das einst für eine Band war, die ab dem zweiten Album dann nur noch schlicht Chicago hieß – und daß der glatte Pop des kommerziell so erfolgreichen Spätwerks mit den visionären frühen Alben einfach gar nichts zu tun hat. Schon die ersten Takte der "Introduction" lassen keinen Zweifel daran, daß hier etwas Neues und Abenteuerliches geschieht: Die Bläser, der Rhythmus! Jazz? Na klar, aber trotzdem dem Wesen nach Rockmusik. "Bitches Brew" steht auf einem ganz anderen Blatt. Gegründet wurde die Band, die bei der Produktion des Debüts immerhin Septettstärke hatte, von einem Posaunisten (James Pankow), einem Trompeter (Lee Loughnane) und einem Flötisten (Walter Parazaider), außerdem leistete sie sich den Luxus von gleich drei Leadsängern (Organist Robert Lamm, Bassist Peter Cetera und Gitarrist Terry Kath). Mit dem brillanten Drummer Daniel Seraphine war die Truppe komplett. Vor dem Debüt stand erst einmal der Umzug nach Los Angeles – und ein Proberaum-Marathon. Was dann allerdings aufgenommen wurde, war ziemlich umwerfend. Ein unglaublich energetischer Sound, so mitreißend, daß der überwiegende Teil des Publikums wahrscheinlich gar nicht merkte, wie anspruchsvoll Lamms Songwriting war. Und das Werk in die Top 20 kaufte – für ein Doppelalbum, noch dazu ein Debüt, schon sehr ungewöhnlich. Aber eine gute Langzeit-Investition, denn Staub angesetzt hat diese Musik in 40 Jahren kein bißchen! – Vorzügliche Rhino-Reissue – so gut klang das wahrscheinlich noch nie (mein britisches Original kommt jedenfalls nicht mit). (1969/2009)
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