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Label/AN: Ghostly International / gi120lp
Format: LP 180g
Grenzen schätzt der Mann, der unter etlichen Pseudonymen die unterschiedlichsten Arten zeitgenössischer Tanzmusik veröffentlicht hat, bekanntlich nicht. Seit einiger Zeit befaßt er sich mit dem Projekt, den klassischen Popsong mit seiner musikalischen Heimat, dem Detroit Techno, zusammenzubringen – und reüssiert. "Black City", dem Titel entsprechend eine ziemlich düstere Angelegenheit, muß da als Meilenstein betrachtet werden: Ein Club, der diese Platte spielt, muß schon ein sehr aufgeschlossenes Publikum haben. Der zentrale Track "Little People" ist zwar immerhin tanzbar, erinnert aber in Atmosphäre und Aufbau (eigentlich sind es drei ineinander verschmolzene Songs) an den Prog Rock der 70er, eine mehr als eigenwillige Kombination. Das vorangehende "I Can't Feel" hingegen zitiert die Residents. Demgegenüber gibt es auch einige eingängige Melodien: "Slowdance" etwa ist eine Art Science Fiction-Doo Wop. "You Put A Spell On Me" ist radikalisierte New Wave. Die Anzahl der musikalischen Möglichkeiten, die Dear hier aufzeigt, ist immens – und gleichzeitig ist ihm, auch das in seinem Stammgenre eher ungewöhnlich, ein dramaturgisch schlüssiges Album gelungen. Eines der aufregendsten und innovativsten, die man in dieser Saison hören kann. (2010)
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