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Christoph Bouet

Stockroom Recordings 3 – Skyline Drive ("White Edition")

Label/AN:
1301 Media / 130103W

Format: LP 180g

29,50 €

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Rezension:

Wenn man den sanften, an J.J. Cale angelehnten Songwriter-Stil, mit dem der vielseitig begabte Künstler Christoph Bouet die ersten beiden Volumes seiner "Stockroom Recordings" bestritt, noch im Ohr hat, dann erschrickt man zunächst ob der rohen Kraft, die auf dem dritten Teil der Reihe freigesetzt wird. Die Stimme ist offenbar dieselbe, doch ihre Wirkung ist inmitten der infernalischen Gitarrengewitter eine gänzlich andere, vergleichbar vielleicht mit dem Auge eines verheerenden Sturms. Das Album entstand unter dem direkten Eindruck von Youtube-Videos aus den vollautomatisierten Kriegseinsätzen der letzten Jahre; der zentrale Song ist "Come On Fire", eine Vertonung eines Apache-Hubschrauber-Angriffs, die um so stärker wirkt, als daß im vorangehenden "Every Night" kurzzeitig so etwas wie Pink Floyd-Feeling aufkommt. Die "klassische" Band, an die man sicherlich öfter denkt, ist allerdings The Velvet Underground. Von denen es freilich (leider) keinen Tonträger von annähernd solcher Klangqualität gibt: Das rein analog aufgenommene Album ist von einer Direktheit und Dynamik, die einen glatt aus dem Sessel bläst (was angesichts der Thematik durchaus im Sinne des Künstlers ist: Zum wohlgefälligen Genießen beim Glas Rotwein ist diese LP definitiv nicht gedacht). Mehr denn je wünscht man sich (als Musik-Aficionado), Bouet würde den Schwerpunkt seiner Aktivitäten noch weit mehr von der Kunst auf die Musik verlegen: Von solchen Alben darf es ruhig mehr geben. Andererseits ginge der zeitgenössichen Kunst dann fraglos etwas verloren… Womit wir endlich bei der Ausstattung der drei Editionen dieser LP wären. Schon die "White Edition" (Achtung: Die Bezeichnungen haben nichts mit der Vinylfarbe zu tun, die Platten sind alle schlicht schwarz!) hat es in sich, enthält einen großformatigen Druck und ein spektakuläres Foto-Booklet im natürlich auch von Bouet gestalteten Klappcover. 333 handnumerierte Exemplare gibt es davon. Die "Black Edition", limitiert auf 77 Stück, enthält zusätzlich eine signierte Federzeichnung, die das Grundthema des Albums auf oftmals verstörende, auf jeden Fall aufrüttelnde Weise aufnimmt. Die "Gold Edition" schließlich (davon gibt es nur 33 Exemplare!) enthält statt jener eine Wachskreidezeichnung mit einem Musiker-Porträt. Wie schon bei den vorangegangenen "Stockroom"-LPs gilt auch hier: Wer eine Bouet-Zeichnung dieser Größe in einer Kunstgalerie kaufen möchte (ohne Platte…!), legt auf jeden Fall signifikant mehr hin. Um den Sammlerwert muß man sich also keine Sorgen machen. Aber haben sollte man "Skyline Drive" vor allem wegen der Musik! (2018)

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