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Ludwig van Beethoven

Symphonien Nr. 1-9

Weitere Interpreten:
Annette Dasch / Eva Vogel / Christian Elsner / Dimitry Ivashchenko / Berliner Philharmoniker, Dirigent: Sir Simon Rattle

Label/AN:
Berliner Philharmoniker Recordin / BPHR160092

Format: 10 LP 180g + HD-Download + Buch, Box

299,00 €

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Rezension:

Diese in stupend natürlich klingender One-Point-Mikrophonie aufgenommenen Mitschnitte des Ende 2015 vollständig aufgeführten Beethoven-Zyklus' haben gute Chancen, zur neuen Referenz-Aufnahme zu werden – zu den bedeutendsten Beethoven-Aufnahmen der letzten Jahre gehören sie in jedem Falle. Das ist deswegen bemerkenswert, weil sie eben nicht radikal "anders" sind – sondern sozusagen die Synthese aller (oder doch sehr vieler) neuer und gegensätzlicher Ideen zum Thema seit den Tagen der Antipoden Furtwängler und Toscanini. Simon Rattle hat sozusagen dem Komponisten selbst zugehört: "Man kann Beethoven zu raffiniert oder elegant spielen, man kann ihn zu sehr glätten. Man kann so tun, als wäre er mit sich im Reinen, obwohl er oft mit sich selbst kämpft", so konstatierte er unlängst in einem Interview. Freilich gilt das Gegenteil nicht weniger, und Rattle gelingt es hier sehr überzeugend, die Klippen und Fallstricke in diesem gewaltigen (und in seiner Bedeutung für die Musikgeschichte kaum überschätzbaren) symphonischen Gesamtwerk zu vermeiden. Das beginnt mit der Besetzung: Nur etwa 50 Musiker umfaßt sein Orchester, deutlich weniger als bei seinen Vorgängern Furtwängler oder Karajan, aber zuviel, um einen kammermusikalischen Charakter zu erzeugen (den Rattle auch nicht wollte). Der Interpretationsansatz verleugnet die Romantik nicht – die Epoche also, in welcher die "Neun" zum Dreh-, Angel- und Ausgangspunkt allen weiteren musikalischen Geschehens erklärt wurden, ja zum unumstößlichen Manifest der Musik selbst –, hat aber viele Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis ebenso in sich aufgesogen. Rattle gelingt es sehr gut, jeder Symphonie zu geben, was sie benötigt: Haydnsche Klarheit hier, revolutionären Sturm und Drang dort, Verklärung andernorts. Die heute kaum vorstellbare Progressivität der "Eroica" führt er uns unmißverständlich vor Augen, doch die (romantische) Intensität, die der Anti-Modernist Karajan im zweiten Satz der "Fünften" erzielte, ist ebenso da. Und die "Pastorale" hat Momente der Wärme, die an Bruno Walters legendäre Einspielung denken lassen. Die "Neunte" schließlich ist bemerkenswert ausgewogen, dramaturgisch durchdacht und profitiert auch von einem Vokalensemble, das die Balance nicht in Gefahr bringt. Unterm Strich: Ein Beethoven-Statement von seltener Allgemeingültigkeit! – Die Erstauflage der edlen Box (die auch ein 52seitiges Hardcover-Begleitbuch beinhaltet) ist auf 2000 numerierte Exemplare limitiert. (2017)

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