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Label/AN: EMI / 6408201
Format: 2 LP 180g
Mark Linkous, einer der wohl unterschätztesten Musiker der vergangenen zwei Jahrzehnte, hat sich im März 2010 völlig überraschend das Leben genommen. Ein neues Sparklehorse-Album war bereits geplant gewesen. Die Veröffentlichung seines letzten Projektes, eine Gemeinschaftsarbeit mit Brian Burton a.k.a. Danger Mouse und Photograph David Lynch, hat er nicht mehr erlebt; ein blödsinniger Rechtsstreit mit der Plattenfirma EMI (die Burton wohl immer noch seinen Karrierestart mit dem zum Teil auf Samples aus dem Weißen Album der Beatles bestehenden "Grey Album" übel nimmt) zog sich ein ganzes Jahr hin. Nun ist das dunkle Meisterwerk also ein Abschied, man wird es nicht unvoreingenommen hören können (obendrein zählt auch noch der ebenfalls durch Suizid aus dem Leben geschiedene Vic Chesnutt zu den Gastsängern). Das Projekt: Linkous hatte eine ganze Menge Songfragmente, die er nicht selbst singen wollte. Burton kannte er bereits von einer früheren Zusammenarbeit, er hatte sich bereits als idealer Partner erwiesen. Dann lud man die Leadsänger (und Ko-Autoren) ein, und da Linkous unter Musikerkollegen größten Respekt genoß, ist die Liste ziemlich beeindruckend: Von Wayne Coyne (Flaming Lips) über James Mercer (Shins), Jason Lytle (Grandaddy), Gruff Rhys (Super Furry Animals), Julian Casablancas (Strokes), Nina Persson (Cardigans) bis hin zu Chesnutt, Suzanne Vega, Francis Black und Iggy Pop. Ein Produzenten-Genie wie Burton kann eine derart heterogene Mannschaft nicht nur unter einen Hut bringen, sondern natürlich auch ein schlüssiges Albumkonzept mit ihnen zaubern. Wobei Linkous wundervolle Songs ihm die Arbeit ja auch leicht machen. Und auch, wenn einem beim Hören dieser Songs, die Linkous' Verwundbarkeit und tiefe Melancholie immer wieder widerspiegeln, mehr als einmal der Hals eng wird: Musik von solcher Schönheit und Tiefe liegt nicht an jeder Straßenecke. Dies ist mit Sicherheit einer der Pop-Meilensteine dieses Jahres – eigentlich ja bereits des letzten… – Ein Jammer nur, daß die (immerhin fertigungstechnsich und klanglich sehr gelungene) Vinylversion weder die Texte noch das Booklet mit den 100 das Projekt begleitenden David Lynch-Photographien enthält. Dabei war das doch Bestandteil dieses als Gesamtkunstwerk angelegten Projektes! (2010)
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