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Henryk Debich

String Beat

Label/AN:
bureau b / BB11

Format: LP 180g

21,00 €

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Rezension:

Veröffentlichungen wie diese haben etwas ebenso Frustrierendes wie Erfreuliches. Einerseits das Bewußtsein, daß da draußen noch schier unendlich viele phantastische Platten liegen, von denen man noch nie etwas gehört hat und die man nie, nie kennenlernen wird. Andererseits die Gewißheit, daß man eben auch immer wieder auf Neues und Faszinierendes stoßen kann und die Musik-Leidenschaft so am Kochen gehalten wird. Womit wir’s hier zu tun haben, ist eine polnische LP aus dem Jahre 1975. Auf dem Muza-Label erschienen ungezählte großartige Jazz-LPs – die polnische Szene dürfte noch vor der tschechischen die kreativste in den damaligen ‘Ostblock’-Staaten gewesen sein. Das ist auch im Grunde bekannt, nur wissen die Wenigsten wirklich etwas darüber. Eher ein Außenseiter jener Szene war der Dirigent und Arrangeur Henryk Debich – doch dem ist die Realisierung einer LP zu verdanken, die unter Kennern als eine der gesuchtesten Jazz-Funk-Raritäten überhaupt gilt. Für das Radio-Sinfonie-Orchester Lodsch schrieb Debich 10 Arrangements (sieben Songs stammen von polnischen Komponisten, drei sind westliche Hits: Isaac Hayes’ „Shaft“-Thema, Herbie Hancocks „Kameleon“ und Lennon/McCartneys „Oblida-Oblada“), denen man beim besten Willen nicht anhört, daß da ein klassischer Klangkörper am Werk ist. Das liegt nicht nur an Schlagzeug und E-Gitarre: Auch Bläser und Streicher agieren, als hätten sie nie etwas anderes getan. West-Bands wie Blood, Sweat & Tears oder die frühen Chicago, aber auch Isaac Hayes himself bekamen hier – aus völlig unvermuteter Richtung – quasi eine Lehrstunde in Groove serviert. Schade nur, daß sie’s wohl nie zu Ohren bekommen haben. Denn leicht zu bekommen war die Platte nie, im Westen schon gar nicht. Auf dem Original-Klappentext war völlig korrekt zu lesen: „Wenn Sie diese Platte […] gezielt gekauft haben, sind Sie ein Kenner; war’s durch Zufall, sind Sie ein Glückspilz!“ (1975/2008) 

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