WARENKORB

0Artikel

€ 0,00Betrag

» zur Kasse

Leopold Stokowski

Rhapsodies (Liszt, Enesco, Smetana)

Weitere Interpreten:
RCA Victor Symphony Orchestra, Dirigent: Leopold Stokowski

Label/AN:
Analogue Productions / RCA Livin / LSC247145

Format: 2 LP 200g, 45 UPM, Quality Records

66,00 €

» in den Warenkorb

Für Merkliste bitte einloggen

Rezension:

Wenige Dirigenten haben einen so hohen Wiedererkennungswert, einen so eindeutigen Sound wie Leopold Stokowski – der außerdem der erste echte Star in seinem Beruf war. Toscanini, Furtwängler, Walter: berühmt, ja. Aber ein Star im heutigen Sinne war nur einer. Ein Meister der Selbstinszenierung mit einem Profil wie ein eingetragenes Markenzeichen, der auf seinen Konzerten peinlich genau darauf achtete, daß der Beleuchter stets seine Hände im Visier hatte (Herr von Karajan dürfte von diesem älteren Kollegen in dieser Beziehung einiges gelernt haben…). Musikalisch war der Maestro damals wie heute umstritten, hatte er doch die Eigenart, bei Bedarf auch mal in die Partitur einzugreifen und hier und dort ein paar Bläser oder Streicher hinzuzufügen. Das hat ihm verständlicherweise nicht nur Freunde gemacht. Aber leugnen läßt es sich nicht: Eine Stokowski-Platte ist immer ein Ereignis – und ganz sicher niemals langweilig. Die hier versammelten Paradepferde sind natürlich wie geschaffen für den legendären Stokowski-Sound: Man erkennt ihn im ersten Takt von Liszts zweiter "Ungarischer Rhapsodie". Und in George Enescos nicht ganz so oft gehörten ersten "Rumänischen Rhapsodie" ist es auch ebendieser Cinemascope-Sound, der einen in Atem hält. Denn das ist es, was ihm auch der verknöchertste Originalklang-Anhänger nicht absprechen kann: Billig sind die Stokowski-Effekte nie. Der Mann war ein absolutes Genie, wenn es darum ging, ein Publikum in die Sessel zu drücken, mit der Kinnlade ziemlich nah am Boden. Daß das nicht nur im Konzert funktionierte, sondern auch auf Tonträger, liegt an einer weiteren Eigenschaft des vielseitigen Meisters: Stokowski war absolut Technologie-begeistert. Die Stereophonie begleitete er seit ihren frühesten Testphasen in den 30er Jahren; später faszinierte ihn das Phase4-Verfahren der Decca (klassisches Beispiel: Seine Einspielung von Mussorgskys "Nacht auf dem kahlen Berge"!), und im hohen Alter experimentierte er noch mit Digitaltechnik. Wer weiß, vielleicht hätte er aus dem Surround Sound-Spielzeug sogar noch etwas wirklich Aufregendes gemacht… Aber das hat er dann doch nicht mehr erlebt. Auch wenn er irgendwann als so unsterblich galt, daß ihm die Decca noch mit über 90 einen Fünfjahres-Vertrag gab. "Rhapsodies" ist sicherlich eines der schönsten Denkmäler, die Stokowski sich selbst gesetzt hat, vom Cover über die Musik bis zum Klang. Die "Moldau" (auf der zweiten Seite) war noch nie so mächtig, so reißend – selbst die lyrischen Elemente sind überdimensional. Und mit dem Sound, den das RCA-Team Dellheim/Simpson ihm lieferte, dürfte selbst ein solcher Perfektionist mehr als zufrieden gewesen sein… Wirklich ein Jammer, daß Stokowski diesen 45 UPM-Umschnitt nicht hören kann! Er hätte seine Freude daran. (1961/2017)

» Mehr von Leopold Stokowski

Impressum | © Connaisseur Mailorder. Website by superReal