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Weitere Interpreten:Duisburger Philharmoniker - Dirigent: Jonathan Darlington
Label/AN: Acousence / ACOLP20908
Format: LP 180g
Es herrscht bekanntlich kein Mangel an hervorragenden Einspielungen dieser populärsten Rimsky-Korsakov-Komposition; dennoch ist diese zweite Acousence-LP mit den Duisburgern unter ihrem hervorragenden Chefdirigenten Jonathan Darlington ebenso vorbehaltlos zu empfehlen wie die Vinylpremiere des Labels mit der ungleich seltener aufgenommenen 15. Schostakowitsch-Symphonie. Darlington betont die lyrische Seite des Werkes; seine Tempi sind entsprechend langsamer als etwa bei der hochdramatischen Fritz Reiner-Interpretation. Die Spannung zwischen der Erzählerin Scheherazade und ihrem Zuhörer, dem grausamen Sultan Schahriar, ist dadurch aber nicht weniger intensiv. Das wechselvolle Verhältnis zwischen den beiden bis zu Scheherazades finalem Triumph steht bei Darlington im Zentrum seiner Interpretation; das programmmusikalische des Werkes wird sehr ernst genommen: Die Dialoge zwischen den Erzählungen (also den vier Sätzen der symphonischen Dichtung) sind hier viel mehr als Zwischenspiele. Soloviolinist Siegfried Rivinius, dessen Instrument die Titelfigur verkörpert, vollbringt hier eine sehr eindrucksvolle Leistung. Zu den Stärken dieser Einspielung zählt denn auch der dritte und stillste der vier Sätze, „Der junge Prinz und die Prinzessin“, deren Liebesgeschichte sich hier in selten gehörter Zärtlichkeit entspinnt. Die Meßlatte für den grandiosen vierten Satz inklusive des am Magnetfelsen zerschellenden Schiffes Sindbad des Seefahrers – sie bleibt bei Fritz Reiners atemberaubender RCA-Einspielung. Die Duisburger Leistung ist auch hier beeindruckend, doch Chicago bleibt unerreicht. Was orientalische Erzählkunst angeht, darf man diese Aufnahme aber getrost zur Weltspitze zählen – man spürt, daß Darlington sich mit dem Stoff kaum weniger intensiv auseinandergesetzt haben muß als weiland der Komponist selbst… – In bezug auf Klangtreue, Raum und Dynamik steht diese Orchesteraufnahme den legendären Aufnahmen aus der ‘golden era’ in nichts nach – vielleicht ist sie sogar… aber wir wollen hier nicht an Heiligenbildern kratzen… (2008)
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