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Joshua Redman

Moodswing

Label/AN:
Nonesuch Records / 456431

Format: 2 LP 180g + CD

39,50 €

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Rezension:

Diese Karriere entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Dem hochintelligenten Sohn des Avantgarde-Saxophonisten Dewey Redman (u.a. von 1967-1974 in Ornette Colemans Band) standen alle Türen offen. Er hatte einen Harvard-Abschluß in der Tasche und einen Studienplatz für Rechtswissenschaften in Yale, und was macht der Bub? Er wird Tenorman! Und ausgerechnet dieser Mensch ist der Ansicht, daß der zeitgenössische Jazz (wir schreiben das Jahr 1990) viel zu intellektuell und konstruiert klinge, es gehe doch um Spaß und Emotionen. Weswegen seine Musik stilistisch auch eigentlich vor der seines Vaters anzusiedeln ist – Redman bevorzugt den Bop und Modern Jazz der 50er. Weil die Sache mit den Emotionen bei ihm jedoch absolut authentisch ist, gewinnt er 1991 den wichtigsten Jazz-Preis des Landes (den Thelonious Monk Competition), bekommt dadurch einen Plattenvertrag bei Warner und nimmt innerhalb von drei Jahren gleich sechs Alben auf, die die gesamte Jazzwelt in Verzückung versetzen – und die in der Tat zum Besten gehören, was in den 90ern an Jazz-Alben erschienen ist. "Moodswing" war der dritte Teil dieser Erfolgsserie, die an die kreativen Explosionen der großen Jazzer eben der von Redman jr. favorisierten Epoche erinnert. Erstmals stellte Redman hier ein Album komplett aus eigenen Stücken zusammen; es scheint ihm keine Mühe bereitet zu haben. Es mag stimmen, daß diese Musik nicht innovativ ist – das war ja auch nicht die Absicht ihres Schöpfers. Aber sie klingt auch nicht gestrig, und dafür muß man dann schon sehr gut sein. Redman war noch besser, und wenn man sich so anhört, was er etwa auf dem elfminütigen "Rejoice" mit dem Saxophon macht, so muß man schon die allergrößten Namen bemühen, um in die Gegend zu kommen. Dabei geht es mitnichten um Virtuosität, sondern um Musikalität, um Ausdruck – genau: Emotionen! – um Zwischentöne, um Spaß an der Sache. Eben das, was Joshua Redman unter Jazz versteht. Mission erfüllt! – Endlich, endlich, kann man diese Musik auch auf Vinyl genießen (da sieht man's wieder: man muß nur warten können!), in erstklassiger Form dazu. Vielleicht kommen die anderen Redman-Scheiben ja auch noch…? (2009)

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