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Label/AN: Deutsche Grammophon / 4776528
Format: LP 180g
Das sind, im Gegensatz zu den Titeln auf der ersten Clearaudio-Wunderlich-Zusammenstellung (die den Anfängen des Sängers gewidmet war), Aufnahmen aus den besten Jahren des legendären Tenors – somit relativ kurz vor seinem Tod. Das ‘seriöse’ Fach und die Unterhaltung (der Wunderlich bekanntlich immer offen gegenüberstand) erhalten jeweils eine LP-Seite. Heute etwas ungewöhnlich ist, daß Wunderlich meist die deutschen Texte der großen Oper sang. Damals war das durchaus üblich – doch ist angesichts dieser unglaublichen Stimme auch vollkommen unerheblich, ob aus „E lucevan le stelle“ „Und es blitzen die Sterne“ wird. Oder aus „Ombra mai fu“ aus Händels „Xerxes“ „Schattige Ruh“. Es handelt sich in beiden Fällen mit um die schönsten Aufnahmen dieser vielgesungenen Arien. Der Höhepunkt der ersten Seite aber ist das abschließende „Wohin seid ihr entschwunden“ aus Tschaikowskys „Eugen Onegin“: Eine Gesangssternstunde selbst für Wunderlich-Verhältnisse – Danach darf man eigentlich erst einmal nichts anderes mehr hören… Was keinesfalls bedeutet, daß man die zweite Seite ignorieren sollte. Fritz Wunderlich war einer der wenigen Sänger, die auch aus scheinbar Banalem echtes Gold machen konnten (Richard Tauber oder Mario Lanza hatten diese Gabe ebenfalls). Wunderbar lebendig klingen seine Wiener Lieder (z.B. „Im Prater blühn wieder die Bäume“ oder „Wien wird bei Nacht erst schön“, und auch die neapolitanischen Volkslieder („Funiculi-Funicula“ und natürlich „O Sole Mio“!) klingen leuchtend und authentisch (auch hier tut der teilweise deutsche Text überhaupt keinen Abbruch). Eine seiner größten Leistungen auf diesem Sektor aber war seine Aufnahme des Gassenhauers „Granada“ – was es bedeutet, wenn eine Stimme ‘Strahlkraft’ hat, kann man selten so plastisch erfahren wie hier! (2007)
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