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Weitere Interpreten:Jess Thomas, George London, Hans Hotter, Gustav Neidlinger, Irene Dalis, Martti Talvela u.a.Jess Thomas, George London, Hans Hotter, Gustav Neidlinger, Irene Dalis, Martti Talvela u.a. / Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele / Dirigent: Hans Knappertsbusch
Label/AN: Speakers Corner / Philips / 83522024AY
Format: 5 LP 180g, Box
Richard Wagner selbst hatte sein letztes vollendetes Großwerk bewußt nicht als 'Oper', sondern als 'Bühnenweihfestspiel' bezeichnet – und damit die Atmosphäre seiner Vertonung von Wolfram von Eschenbachs Dichtung aus dem 13. Jahrhundert schon mehr als angedeutet. Das Grundthema des tiefreligösen Alterswerkes ist die Erlösung der Menschheit durch Mitleid; im Kontrast zu 'gewöhnlichen' Opern (auch seinen eigenen) geht es im "Parsifal" weniger um eine Handlung (so symbolbeladen sie – wie etwa im "Ring" – auch sein mag), sondern um, so des Komponisten eigene Worte, eine "entrückende Wirkung auf das Gemüt". Die aber stellt sich nicht von selber ein, sondern verlangt zum einen vom Hörer die Bereitschaft dazu – und stellt zum anderen enorme Anforderungen an das Ensemble. Hans Knappertsbuschs zweite offizielle Gesamtaufnahme für Phillips (die erste erschien bereits 1951) erfüllt sie alle. Es gibt keinen Dirigenten in der Geschichte seit der Uraufführung des Werkes im Jahre 1882, der es mehr durchdrungen hätte – die innige Beziehung Knappertbuschs zum "Parsifal" zieht sich durch seine ganze Laufbahn. Die ersten Auszüge nahm er bereits 1928 für die Schallplatte auf; von den von ihm geleiteten 95 Bayreuth-Aufführungen waren 55 solche des "Parsifal". Die vorliegende Aufnahme, entstanden zwei Jahre vor dem Tod des Dirigenten (dessen letzte öffentliche Aufführung 1964 wieder ein "Parsifal" war), ist somit auch das Vermächtnis einer der ganz großen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Das Gesangsensemble dieser Einspielung spiegelt die Creme der Bayreuth-Sänger jener Ära wieder: Der naiv-unschuldige Titelheld wird glaubwürdig von dem Amerikaner Jess Thomas verkörpert, der hier noch am Anfang seiner großen Bayreuth-Karriere stand; ebenfalls aus den USA (aber bereits seit 1955 an der Deutschen Oper Berlin engagiert) kommt Irene Dalis, deren hochdramatische Kundry seltsamerweise ihre einzige kommerzielle Aufnahme blieb, obwohl sie noch ein glanzvolles Jahrzehnt an der Metropolitan Opera vor sich hatte! George London setzte sich mit seiner Rolle als leidender Amfortas hier selbst ein Denkmal; die Gralsritter Titurel und Gurnemanz sind mit dem finnischen Bass Martti Talvela und dem großen Hans Hotter nicht weniger optimal besetzt als der Zauberer Klingsor mit Gustav Neidlinger. Selbst in den Nebenrollen (die Blumen) begegnen uns Namen wie Anja Silja und Gundula Janowitz! – Die dritte Voraussetzung für die Wirkung des "Parsifals" liegt im Klang. Das Weihfeststpiel war das einzige Bühnenwerk Wagners, das er für ein bereits fertiggestelltes Bayreuther Festspielhaus komponieren konnte, das also mehr noch als der "Ring" auf die außergewöhnliche akustische Qualität des Raumes 'zugeschnitten' werden konnte. Endgültig erfahren kann man das nur, wenn man auf dem unbequemen Gestühl des Grünen Hügels Platz nimmt; doch in sehr guten Mitschnitten von Bayreuth-Aufführungen wird viel von dieser besonderen Atmosphäre transportiert. Diese Philips-Aufnahme zählt dazu, in vorliegender Speakers Corner-Ausgabe wahrscheinlich mehr denn je… (1962/2010)
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