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Weitere Interpreten:Chicago Symphony Orchestra, Dirigent: Carlo Maria Giulini
Label/AN: Speakers Corner / Deutsche Gramm / 2707097
Format: 2 LP 180g
Gustav Mahlers letzte vervollständigte Symphonie ist seine musikalisch radikalste – und seine schwärzeste. Die obsessive, sich durch sein Lebenswerk ziehende Beschäftigung mit dem Tod tritt hier besonders gnadenlos zu Tage. (Das sollte man allerdings nicht überinterpretieren, denn um ein Abschiedswerk handelt es sich keinesfalls; der Komponist begann sofort im Anschluß die Arbeit an der "Zehnten".) Dazu kippte Mahler vielfach jede Tonalität, was das Werk fast eher in die Nähe Arnold Schönbergs rückt als zu seinen Vorgängern; insbesondere der dritte Satz, das quasi-Scherzo – sehr mahleresk mit der Vorgabe "sehr trotzig" versehen –, kann der Spätromantik guten Gewissens nicht mehr zugerechnet werden: Das ist reiner Expressionismus, die 'schönen' Passagen grenzen schon sehr ans Parodistische! Carlo Maria Giulinis (der das Chicago Symphony Orchestra regelmäßig leitete; sein USA-Debüt hatte er 1955 mit ebendiesem Klangkörper) 1977er Einspielung des schwierigen Mammutwerkes wurde vielfach ausgezeichnet: Ein 'Grand Prix du Disques', ein 'International Record Critics Award'; selbst ein Grammy zählen zu den Preisen. Durchaus mit Recht, denn der Extremen immer schon zugeneigte Italiener trifft die Intentionen des Komponisten exakt: Auflösungen, Erleichterungen werden strikt verweigert, lange Spannungsbögen verlaufen bewußt im Nichts. Der Hörer wird in die Partitur gesogen und nicht geschont, was selbst für den an sich noch recht versöhnlichen ersten Satz gilt. Eine Jahrhunderteinspielung, die in dieser Speakers Corner-Edition auch endlich klanglich zu ihrem Recht kommt! Das Original-Klappcover nebst eingeheftetem Booklet (den Klappentext in vier Sprachen enthaltend) ist selbstredend reproduziert. (1977/2009)
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