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Label/AN: Virgin / 5185021S
Format: LP
Das ambitionierte Dreigroschenoper-Projekt durfte bekanntlich nicht in Albumform erscheinen, weil die Weill-Erben befremdlicherweise dagegen waren. Dadurch fehlt ein wichtiges Kapitel in der Entwicklung der Ingolstädter, die sich nun mehr denn je dem Pop zugewandt haben. Einem Pop, der zwar eingängig ist, aber reichlich Tiefgang hat: Man denkt da gelegentlich an Radiohead (bei stark zurückgenommenem Experimental-Anteil), manchmal gar an Sigur Rós. Das Hymnische klingt bei Slut zwar schlanker als bei den Isländern, aber nicht weniger erhaben. Indie-Rock kommt nur noch tief unter der Oberfläche verborgen vor, und das ist gar kein Nachteil. Diese Songs nehmen einen sofort für sich ein, man erwischt sich schnell dabei, den Refrain mitzusingen; und dank perfekter Album-Dramaturgie (ein Talent, das Slut schon früher bewiesen haben) gibt es keinen Moment, auf dem die Spannung oder die Qualität nachlassen würden. Ein popmusikalisches Meisterwerk. Ja: Slut sind „Still No. 1“. Aber nur, weil es darüber keinen Platz gibt. (2008)
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