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Label/AN: Drag City / DC325
Format: LP
Bert Jansch nimmt für das amerikanische Indie-Label Drag City auf. Und hat dann auch noch Gäste wie Devendra Banhart und Beth Orton. Doch was auf den ersten Blick erstaunt, ist letztlich nur konsequent: Der Einfluß dieses meisterlichen Gitarristen auf die Popmusik der letzten 40 Jahre ist kaum abschätzbar. Bereits Neil Young und Jimmy Page nannten ihn als Vorbild, und die Bedeutung von Pentangle (wo er bekanntlich mit dem kaum weniger bedeutenden Kollegen John Renbourn spielte) ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. Da ist es nur selbstverständlich, daß die jeweils aktuell relevante Generation diesem Gründervater die Reverenz erweist. Der wiederum bleibt dabei würdevoll gelassen: „The Black Swan“ ist ein ausgesprochen entspanntes Werk – beim ersten Kontakt merkt man vielleicht gar nicht, wie gut die Songs sind. Das allerdings hat Janschs Schaffen schon immer ausgezeichnet: Sein Fan Neil Young (siehe oben) hat ihn zwar mal als „Hendrix der Akustikgitarre“ bezeichnet, aber Jansch spielt weder mit der Zunge noch verbrennt er Instrumente auf der Bühne; auch zersägt er keine Nationalhymnen. Sein Spiel klingt immer vollkommen unprätentiös. Hier möglicherweise mehr denn je. Jansch steht immer im Dienst des Songs, seien es seine eigenen oder seine Arrangements uralter Folkweisen. Wobei er mit diesem Album einmal mehr beweist, daß es wohl nicht viele noch aktive Musiker gibt, die es in bezug auf Kenntnis des musikalischen Erbes der westlichen Welt mit ihm aufnehmen können. Bob Dylan darf man da noch nennen, wobei des Europäers Jansch Quellen naturgemäß ein paar Jahrhunderte tiefer reichen. Dies ist einer der größten lebenden Musiker dieses Planeten; und so aus dem Ärmel geschüttelt, wie dieses Album zu klingen scheint, so wichtig ist es! (2006)
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