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Label/AN: Matador / OLE8491
Format: 2 LP 180g
Man schrieb das Jahr 1972, als Lou Reed sich dank "Transformer" zu seiner eigenen Überraschung plötzlich als von der Plattenfirma hofierter Hit-Lieferant wiederfand. Eine Rolle, die er sofort wieder ablegte, indem er ein Album aufnahm, das das ambitionierteste seiner Karriere war, mit schon monströs zu nennenden Arrangements und einer handverlesenen Super-Band. Das Ergebnis war ein in Berlin spielendes, entsprechend betiteltes Konzeptwerk, das in die Geschichte einging als "most depressing album of all time". Weder Kritiker noch Fans wußten damals etwas damit anzufangen. 33 Jahre später zog der Schöpfer dieses heute noch gerne verkannten Werkes los, um ihn endlich zum verdienten Ruhm zu verhelfen. Mit Erfolg. Die "Berlin"-Shows des Jahres 2006 waren nicht nur spektakuläre Multimedia- und Musik-Ereignisse (die Besetzung umfaßte einen kompletten Chor und ein kleines, von Original-Arrangeur und -Produzent Bob Ezrin geleitetes Sinfonie-Orchester), sie waren auch wirklich gut. Reeds gealterte Stimme, eine der verwittertsten im ganzen Rock‘n‘Roll-Zirkus, sowie sein charakteristisches Gitarrespiel (auf das er beim Originalalbum komplett verzichtet hatte), machen den Zugang zum Mammutwerk leichter. Insofern ist dieser Livemitschnitt aus New York vom Dezember 2006 mehr als eine Ergänzung, schon mehr eine Neuinterpretation des Stoffes und somit ein wesentlicher Beitrag zu Diskographie. Wobei, so kommt man nicht umhin hinzuzufügen, eines der schwerwiegendsten Argumente für die Anschaffung des Albums mit dem Original-"Berlin" gar nichts zu tun hat: Die erste von drei Zugaben des Konzerts ist eine "Candy Says"-Version mit Antony (Hegarty) als Gastsänger. Ein Moment von schon besonderer Schönheit. (2008)
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