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Igor Strawinsky

Petruschka

Weitere Interpreten:
New Philharmonia Orchestra, Dirigent: Otto Klemperer

Label/AN:
Testament / SBTLP1156

Format: LP 180g

35,00 €

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Rezension:

Wirklich unfaßbar, daß diese Aufnahme über 30 Jahre im EMI-Archiv verstaubte, bevor das Testament-Label sie 1999 endlich veröffentlichte. Der 81jährige Dirigent erlebte Anfang 1967 eine Phase intensivster Kreativität, dabei entstanden etwa die Jahrhundertaufnahmen von Mahlers neunter und Bruckners fünfter Symphonie. Die "Petruschka"-Aufnahme folgte einem Konzert, bei dem der greise Maestro für den ausgefallenen Paul Kletzki einsprang – unter der Bedingung, daß das Strawinsky-Ballett, welches er erstmals 1922 (in Köln) aufgeführt hatte, ins Programm aufgenommen würde. Die dreitägigen Aufnahmesessions in den Abbey Road-Studios erwiesen sich allerdings dann als schwierig, mit dem schließlich editierten Master zeigte sich Klemperer unzufrieden. Erst drei Jahrzehnte später wurden die ursprünglichen Session-Tapes wiederentdeckt, und da zeigte sich, daß das damalige Endprodukt wohl irgendwie und warum auch immer aus den falschen Takes zusammengestellt worden war. Denn das, was man hier hört, ist ein "Petruschka" von bemerkenswerter dramatischer Intensität. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die Tatsache, daß sich die Musik nur selten nach einem Ballett anhört (es gibt reichlich Einspielungen, bei denen man die Tänzer förmlich zu sehen meint): Klemperers "Petruschka" ist eher eine symphonische Dichtung, verblüffend eng verwandt mit Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Seine Puppen tanzen nicht, sie sind Charaktere in einem Drama. Es gibt vermutlich keine andere Einspielung mit vergleichbarem Tiefgang. Und um sie als Fehlinterpretation (das Werk IST ja schließlich ein Ballett) durchfallen zu lassen, ist sie schlicht zu spannend und fesselnd (das englische Wort "captivating" greift besser!). Ein einzigartiger Blick auf Strawinsky, nun endlich auch in seiner ganzen analogen Pracht zu hören: Christopher Parkers sagenhaft präsente Aufnahme nämlich ist Golden Era-EMI in voller Blüte! (2021)

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