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Daniil Trifonov

BACH – The Art Of Life

Label/AN:
Deutsche Grammophon / 4860412

Format: 3 LP 180g

41,50 €

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Rezension:

Bislang tat sich der inzwischen 30jährige Russe praktisch ausschließlich durch seine Interpretationen des romantischen Repertoires hervor, mit den Schwerpunkten Chopin und Rachmaninoff und Franz Schubert als frühesten Komponisten der bisherigen Diskographie. Der Sprung zu Bach ist also überraschend, und Überraschungen gibt es einige auf diesem Album. Denn dessen Kern ist nicht etwa das "Wohltemperierte Klavier", nicht die "Goldberg-Variationen" – sondern gleich der schwerste Brocken im Bachschen Klavierwerk, das enigmatische Spätwerk "Die Kunst der Fuge". Trifonovs Umgang damit zeugt von tiefer geistiger Versenkung in diesen geheiligten Zyklus, doch auch von Mut und Kreativität, von der Wahl der Tempi über die Stimmführung bis hin zur kompositorischen Vollendung des fragmentarisch gebliebenen letzten "Contrapunctus". Aber damit nicht genug: Trifonov stellt das Werk in einen geradezu extremen Kontext, nämlich einerseits den wohl leichtesten Bach-Kompositionen (aus dem "Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach") und einigen Kompositionen seiner Söhne gegenüber. Johann Christian, Wilhelm Friedemann, Johann Christoph Friedrich und ganz besonders Carl Philipp Emanuel Bach aber hatten die strenge Architektur der väterlichen Musik hinter sich gelassen, waren Vertreter des galanten Zeitalters und der Empfindsamkeit und Wegbereiter Mozarts – der Kontrast könnte kaum schärfer sein. Trifonovs gestaltet deren Werke mit der Eleganz, die man von seinen Chopin-Aufnahmen kennt und läßt selbst einen eigentlich banalen Variations-Zyklus (über "Ah, vous dirai-je, Maman") in hellstem Lichte strahlen. Fast noch erstaunlicher sind seine Behandlungen der schlichten, jedem Klavierschüler wohlvertrauten Menuette aus dem "Notenbüchlein", die man wohl selten derart liebevoll ausgestaltet gehört hat. Unterm Strich ein Album von höchster Faszinationskraft, ebenbürtig den Konzept-Arbeiten von Trifonovs isländischem Kollegen Vikingur Ólafsson – und sehr viel Neugier bezüglich der künftigen Diskographie weckend. Destination: Beethoven? (2021)

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