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Tubby Hayes Quartet

Grits, Beans And Greens – The Lost Fontana Sessions

Label/AN:
Decca / 7743963

Format: LP 180g

23,50 €

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Rezension:

Dies ist vielleicht ein bedeutenderer Fund als die jüngst entdeckten Archivschätze von John Coltrane oder Stan Getz; zumindest auf gleicher Höhe anzusetzen. Der britische Saxophongigant hatte eine schwere Zeit hinter sich (gesundheitliche Probleme, Konflikte mit dem Gesetz u.a.), als er 1969 mit neuer Band (Mike Pyne am Klavier, Bassist Ron Mathewson und Drummer Spike Wells) und hochmotiviert noch einmal einen Versuch wagte – das Ergebnis war sein letztes großes Studioalbum in kleiner Besetzung vor seinem verfrühten Tod im Jahre 1973. Daß es unveröffentlicht blieb und erst unlängst zufällig im Decca-Archiv wiederentdeckt wurde, darf man getrost als Skandal bezeichnen – aber natürlich war Jazz im UK des Jahres 1969 eine winzige Nische, heimischer erst recht, und dieser hier war noch nicht mal elektrisch. Stattdessen gelang es dem hörbar hochmotivierten Quartett, die Komplexität der Jazz-Avantgarde des fast vergangenen Jahrzehnts mit höchst eingängiger Melodik zu verbinden. Wer hier genau zuhört, kann das Ergebnis nur als sensationell bezeichnen. Nicht grell oder aggressiv genug freilich, um in einem Jahr voller (Pop-)Sensationen irgendeinem Labelmanager aufzufallen, und so verschwand diese unglaubliche Musik in einem Archivschrank. Immerhin hat sie überlebt und wurde nicht irgendwann leichtfertig entsorgt. Nach einem halben Jahrhundert kann dieses Vermächtnis eines großartigen Musikers nun endlich gehört und entdeckt werden. Und ihre Veröffentlichung zählt fraglos zu den wichtigsten dieser Dekade. (2019, rec. 1969)

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