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Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

Violinkonzert op. 35 / Sérénade mélancholique op. 26 / Valse-scherzo op. 34 / Souvenir d'un lieu cher op. 42

Weitere Interpreten:
Julia Fischer, Violine / Russian National Orchestra, Dirigent: Yakov Kreizberg

Label/AN:
Pentatone / PTL5186804

Format: 2 LP 180g

26,00 €

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Rezension:

Gerade 22 war die Geigerin bei dieser Aufnahme. Man kann nur staunen über ihren Mut: Immerhin handelt es sich hier um eines der meistinterpretierten Konzerte überhaupt, mit übermächtiger Konkurrenz. Ein solches Werk derart eigenwillig zu gestalten, dazu gehört viel Selbstvertrauen – zum einen, zum anderen vor allem Ideen und Einfühlungsvermögen. Fischer verfügt über beides (von ihrer stupenden Technik muß man hier nicht reden); sie behandelt viele Passagen mit nie gehörter Zartheit (kann aber auch ordentlich Feuer geben), vor allem aber spielt sie mit den Tempi auf eine Art, die eigentlich manieristisch sein müßte – es aber nicht ist, fast alle ihre oft extremen Ritartandi und Accelarandi ergeben umgehend Sinn. Tatsächlich war der Umgang mit Tempi ja im 19. Jahrhundert ein ganz anderer, auf manchen historischen Aufnahmen von vor 1900 ausgebildeten Künstlern kann man das noch hören. In diesem Sinne ist dies womöglich die im Wortsinne romantischste Aufnahme, die man je gehört hat; auf jeden Fall ist es eine – und das alleine ist ja schon ein Kunststück angesichts der gewaltigen Werk-Diskographie –, die eine ganze Menge Überraschungen und neue Aspekte mit sich bringt! Was sich im umfassenden "Zugabenprogramm" nahtlos fortsetzt: Die tiefe Einsamkeit und Verzweiflung in der "Sérénade mélancholique" sind buchstäblich erschütternd; das hochvirtuose "Valse-scherzo" läßt Fischer hell strahlen und bemerkenswert leichtfüßig tanzen. Das dritte "Begleitwerk" dieses Albums schließlich wäre Argument genug, es zu erwerben: Das "Souvernir d'un lieu cher" wurde in seiner dreisätzigen Gesamtheit (Méditation / Scherzo / Mélodie) nur selten aufgenommen, erst recht nicht in seiner ursprünglichen Form für Violine und Klavier (die einzige Komposition Tschaikowskys für diese Besetzung)! Den Klavierpart übernimmt hier Dirigent Yakov Kreizberg – der 2011 mit nur 51 Jahren verstorbene Russe erweist sich dabei auch als sensibler Begleiter. In seiner Gesamtheit: Ein Tschaikowsky-Album für die Insel! Höchst erfreulich, daß es hier nun auch eine Vinylveröffentlichung gibt… (2006/2019)

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