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Mieczyslaw Weinberg

24 Preludes op. 100

Weitere Interpreten:
Gidon Kremer, Violine

Label/AN:
Accentus / ACC40476

Format: 2 LP 180g

34,00 €

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Rezension:

Inzwischen gilt der lange verkannte (bzw. im Westen schlicht unbekannte) polnisch-russische Komponist Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) vielen Musikwissenschaftler als kaum weniger bedeutend als sein enger Freund (der ihn 1943 davon überzeugt hatte, von Warschau nach Moskau zu ziehen) Dmitri Schostakowitsch. Jener Umzug hätte beinahe fatale Folgen gehabt, denn den wenig kompromißbereiten Künstler rettete nur der Tod Stalins (er war kurz zuvor verhaftet worden) vor ziemlich sicherer Verschleppung in irgendein Arbeitslager, das er vermutlich nicht wieder verlassen hätte. Doch sorgte die folgende Rehabilitation zwar dafür, daß sowjetische Großkünstler wie Emil Gilels, Leonid Kogan, Kyrill Kondraschin oder Mstislav Rostropowitsch seine Werke spielten, doch sollte es noch Dekaden dauern, bis Weinberg im Westen "entdeckt" werden sollte. Der Geiger Gidon Kremer hat diesbezüglich schon einige Verdienste auf dem Konto; nun hat er dem bewunderten Tonsetzer zu dessen hundertstem Geburtstag ein Denkmal errichtet. Die "24 Preludien" schrieb jener eigentlich für Violoncello solo, gewidmet waren sie Rostropowitsch – der sie aber niemals gespielt hatte. Erst unmittelbar vor Weinbergs Tod wurden sie erstmals öffentlich aufgeführt; auf eine erste (und bislang einzige) Gesamteispielung mußte man noch einmal 15 Jahre warten. Nun nahm sich Kremer des faszinierenden Werkzyklus' an – und bearbeitete ihn für Violine. Wobei er mit größtmöglicher Sensibilität vorging; die veränderten Klangeigenschaften durch stärkere dynamische Kontraste oder deutlichere Artikulation ausgleichend. Man vermißt den wärmeren Ton des Cellos niemals – Kremer gelang es kongenial, die in chromatisch auf- und absteigender Reihenfolge alle Tonarten abdeckenden, hochexpressiven Miniaturen in Violinmusik zu verwandeln. Dem aufwühlenden Charakter von Weinbergs Musik kann man sich dabei nicht entziehen. Ein kaum zu überschätzender Beitrag zur Literatur ebenso wie zur Diskographie von Musik für Solo-Violine! Über den man noch weit mehr schreiben müßte; wir verweisen an dieser Stelle notgedrungen auf den sehr guten Essay von Verena Mogl, der der LP beiliegt. (2019)

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